Rabalderhaus Schwaz – MUSEUM “KUNST IN SCHWAZ”

Geschrieben von: admin am 27. Oktober 2010 | Schreiben Sie den ersten Kommentar »
Abgelegt unter: Silberregion Karwendel

Das Museum „Kunst in Schwaz“ (2. OG) bietet einen Überblick über die reiche künstlerische Tradition der Stadt Schwaz. Gezeigt werden ausgewählte Werke der Malerei, Bildhauerei und des Kunsthandwerkes von Schwazer bzw. in und für Schwaz tätig gewesenen Künstlerinnen und Künstlern.

BERICHT ZUR ERWEITERUNG UND NEUGESTALTUNG DES MUSEUMS KUNST IN SCHWAZ
von Otto Larcher

Die Eröffnung des Museums „Kunst in Schwaz“ stand in Zusammenhang mit dem 100-Jahr-Jubiläum zur Stadterhebung von Schwaz.

Unser Ziel war es, mit ausgewählten Werken der Malerei, Bildhauerei und des Kunsthandwerks von Schwazer – bzw. in oder für Schwaz tätig gewesenen – Künstlern die reiche künstlerische Tradition unserer Heimatstadt zu dokumentieren.

Inzwischen sind viele Jahre vergangen, in denen wir uns Mühe gaben, dem Auftrag des Sammelns, Bewahrens und Vermittelns von Kunst gerecht zu werden.

Vor zwei Jahren beschloss der Vorstand, das Museum um ein Stockwerk zu erweitern: Dazu bedurfte es großer baulicher Anstrengungen – die Hausmeisterwohnung wurde aufgelöst und umgebaut, Wände aufgestellt, Beleuchtung, Jalousien und eine Alarmanlage installiert, das ganze Haus neu ausgemalt – bis wir schließlich mit der Museumsgestaltung beginnen konnten.

In 7 der 15 Museumsräume setzten wir Schwerpunkte: So im 2. OG mit der Neupräsentation der Reste des zerstörten Meistersingersaals, mit dem Raum für Wechselausstellungen der 525-teiligen Christoph Anton Mayr-Krippe, dem Maria Anna Moser-Zimmer und dem Majolika-Raum. Im 3.OG befinden sich der Ludwig Penz-/Alois Norer-Raum, der Wilhelm Angerer-Raum und das Highlight der Neugestaltung die „Schatzkammer“ mit Exponaten aus der Werkstätte für Gold- und Silberschmiedekunst Schneider-Rappel.

Außerdem war es uns ein Anliegen, „Exponate von berühmten Künstlern mit Schwaz-Bezug“ in unser Museum aufzunehmen: Werner Scholz (gestorben in Schwaz), Christian Hess (gestorben in Schwaz), Gerhard Frankl (verbrachte viele Sommer im Plankenhof Pill), Philipp Harth (verbrachte die entscheidenden Jahre seines Schaffens 1926 – 1933 großteils in Schwaz bei F. Kobald) und Paul Dierkes (der Blick von seinem Zweitwohnsitz am Weerberg auf die gegenüberliegenden schroffen felsigen Gebirgsformationen inspirierte und beeinflusste den Künstler).

Persönlich konnte ich eine wichtige Erfahrung machen: Ich bin inzwischen überzeugt, dass Museumsarbeit sehr faszinierend, aber auch sehr anstrengend ist und einen langen Atem braucht. Weiters, dass es zwischen großen und kleinen Museen eigentlich keinen Unterschied gibt. Maßstab für beide ist ausschließlich die Qualität.

Schloss Tratzberg – Renaissancejuwel unter den Schlössern Österreichs

Geschrieben von: admin am 12. Oktober 2010 | Schreiben Sie den ersten Kommentar »
Abgelegt unter: Aus dem Friedheim

Das Schloss wurde erstmals im 13. Jahrhundert urkundlich erwähnt und diente als ehemalige Grenzfeste gegen Bayern schon Kaiser Maximilian I. als Jagdschloss. Jedoch wurde die ursprüngliche Wehrburg im späten 15 Jahrhundert in Folge eines Brandes, völlig zerstört.


Kaiser Maximilian I.

Der Kaiser baute Tratzberg nicht wieder auf sondern tauschte die Ruine gegen ein Schloss der reichen Silberbergwerksbesitzer Tänzel. Diese errichteten im Jahre 1500 den ersten spätgotischen Teil des heutigen Schlosses Tratzberg in ungewöhnlich prunkvoller, verschwenderischer Weise und ließen es mit außerordentlich kunstvoll gestalteten Marmor-, Holz- und Eisenarbeiten ausstatten.

Maximilianstube

1554 erwarb der wohlhabende Augsburger Kaufmann Georg Ritter von Ilsung das Schloss, erweiterte und veränderte Tratzberg geprägt durch den Zeitgeist der Renaissance. Zeugnis dafür ist der prachtvoll bemalte Innenhof und erlesene Renaissancezimmer.

Innenhof

Im Erbgang wurde Tratzberg 1590 Besitz des bekannten und reichen Kaufmannsgeschlechts der Fugger, welche das Schloss weiter ausstatteten. Aus dieser Zeit stammt größtenteils das bis heute noch erhaltene Inventar.

Fuggerstube
Es folgte nach mehreren Besitzerwechseln eine Zeit, in der Tratzberg fast 150 Jahre unbewohnt blieb. Durch Heirat des Franz Graf Enzenberg mit Ottilie Gräfin Tannenberg, ging das mittlerweile fast verwahrloste Schloss im Jahre 1847, in den Besitz der Grafen Enzenberg über, deren privater Wohnsitz es bis heute blieb.

Bis zum heutigen Tage
ist es nur dem großen Einsatz der Familie zu verdanken, dass das ca. 6800 qm große Tratzberg, mit seinem 5000 qm Schindeldach, wieder zum Inbegriff eines Tiroler Schlosses des 16. Jahrhunderts und damit zu einem der bedeutendsten Kunst- und Kulturdenkmälern des Landes wurde und der breiten Öffentlichkeit zur Besichtigung zugänglich ist.

Im Rahmen unseres Aktiv-Wochenprogramms besichtigen wir gemeinsam mit unserem Kulturführer Sehenswürdigkeiten in der näheren Umgebung!

Erntedank – ein Fest mit Tradition

Geschrieben von: admin am 14. September 2010 | Schreiben Sie den ersten Kommentar »
Abgelegt unter: Aus dem Friedheim

Erntedankfeste in der heutigen Form sind prinzipiell neuere, d.h. jüngere Feste, die sich in ihrer Ausgestaltung an den traditionellen Kirchweihfesten bzw. Martinifesten orientieren. Die ersten als „Erntedank“ bezeichneten Feste fanden in Tirol in den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts statt. Ins Leben gerufen und organisiert wurden sie schon damals von den Jungbauern der einzelnen Gemeinden.

Ein wichtiges Brauchrequisit ist die Erntedankkrone – sie wird aufwendig aus Buchs, Getreidegarben, Blumen und Feldfrüchten gestaltet. Sie gilt als bildhaftes Symbol für die eingebrachte Ernte und wird als Dank dafür in vielen (unentgeltlichen) Arbeitsstunden hergerichtet. Neben der Erntekrone werden manchmal auch Körbe mit verschiedenen bäuerlichen Produkten in die Kirche mitgenommen und dort geweiht.

Nach dem Festgottesdienst am frühen Vormittag findet meistens ein Erntedankfest im örtlichen Gemeindesaal (bei Schlechtwetter) bzw. auf öffentlichen Plätzen statt. Neben den Jungbauern als Organisatoren tragen auch andere örtliche Vereine wie Schützen, Blasmusikkapellen u.v.m. zum stimmungsvollen Gelingen dieses gesellschaftlichen Ereignisses bei. Mit Volksmusik, Tanz und kulinarischen Spezialitäten feiert man dann nicht selten bis in die späten Abendstunden. Man kann also sagen, dass in einigen Tiroler Gemeinden Erntedankfeste die einstmals wichtigen bäuerlichen Feste wie Kirchtag und Martini würdig ersetzt haben.