Ein autofreier Wanderweg, der sich von den drei Hotels in die unberührte Natur wegschlängelt, war ein langgehegter Wunsch der Hochpillberger. Es sollte eine geschlossene, nicht zu schwierige Runde für Jung und Alt sein. Und alle Sinne sollten miteingebunden werden, ein bewusstes Wahrnehmen und ein befreiendes Innehalten sollte sich dem Wanderer eröffnen. Möglichst viele alte Pfade sollten in die Runde miteingebunden werden. Der ursprüngliche, älteste Loasweg bildet dabei das Kernstück des Weges.

Und die neuere Langlaufloipe hat sich als Verbindung für eine Runde angeboten. Die Wege dazwischen legte Norbert Geisler, der rührige Wegebetreuer des Tourismusverbandes, unter Anleitung von Gert van der Woude, einem holländischen Gartenarchitekten, mit viel Gespür an. Die Fußsohle sollte als Sensor herangezogen werden. Fichtennadelboden, Gras, Bergwiese, Sumpf, Wurzeln, Kieselsteine, große Steine, weiches Moos, Gebirgswasser und Dümpel. Auf der Fußsohle sitzen Punkte für alle wichtigen Organe, mit der Sohle spüren wir, und die Energie kann in unseren Körper eindringen. Kalt, warm, hart, weich, rauh, glatt … All das kann tief empfunden werden.

Aber auch flüchtige Empfindungen wie Tau, Dunst, Kühle im Sommerwald, angenehme Hitze an kühlen Tagen durch die Bewegung, Nebel, Stille, Rauschen, Vogelstimmen, Licht und Schatten können beim Wanderer viele Empfindungen auslösen. Kindheitserinnerungen sollen wachgerufen werden, unsere Kinder können neue Empfindungen erfahren. An den Sohlen Kuhfladenspüren, durch den Schlamm latschen, den Kontakt zum Wasser in der Erde spüren. Über runde Steine durchs sprudelnde
Gebirgswasser laufen, dann das wohlige Prickeln spüren. Zum Abschluss eine Fußwaschung im naturklaren Gebirgswasser. Oder in Hängematten inmitten der Natur die Seele baumeln lassen …

Als erstes sichtbares Zeichen von Menschenhand am Weg der Sinne wurde eine Lärchenbrücke von Norbert Geisler errichtet. Sie führt in harmonischem Schwung über ein Biotop, das wir den Wanderern nicht vorenthalten wollten. Ein Bächlein rauscht durch eine unberührte Bergwiese. Die Schönheit und Naturbelassenheit dieses Fleckchens inspirierte den Schwazer Kneippverein – sie wollen an der flachen Stelle einen Kneippgarten gestalten. Das zweite Merkmal für den Weg der 6220 Schritte soll einen weiteren Sinn, der in jedem als tiefe Sehnsucht verankert ist, befriedigen.

Der Sinn für Kunst und Schönheit. Im Einklang mit der Natur können dabei noch tiefere Empfindungen wachgerufen werden. Künstler erleben den Pfad und setzen ihre Zeichen. Interaktive Werke entstehen entlang des Rundwanderweges. Pro Jahr werden von den drei Hotels am Hochpillberg drei Künstler eingeladen, solange sie an ihrem Werk arbeiten. So entstehen pro Jahr drei neue Kunstwerke am Weg der Sinne. Natur trifft Kultur.
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